Stuttgart: Mission failed

Werben 2006: Stuttgart

Tja so ist das. Ich sitze bereits wieder zu Hause in der Steiermark. Heute Nacht sind wir aus Pforzheim zurückgefahren – rund 9.5h mit dem Zug.

Warum? Werben scheint nichts für mich zu sein. Es ist ein Knochenjob, von Montag bis Samstag jeden Tag ca. 10h arbeit, immer auf den Beinen und von Haustür zu Haustür. Es kostet Überwindung, an einer fremden Tür zu läuten und den Gegenüber durch die Sprechanlage über eine Mitgliedschaft beim Roten Kreuz zu begeistern.

Die ersten beiden Tage verliefen ohne Erfolg – Demotivation stellte sich ein. Ganz schlecht für diesen Job, da man sehr von den eigenen Gefühlen abhängt und wie man dadurch auch bei seinem “Kunden” ankommt. Ein falscher Blick, ein etwas finstereres Gesicht schon kann alles vorbei sein. Dei beiden ersten Tage waren vorbei und man war erschöpft und fertig vom Tag obwohl man nicht viel geleistet hatte.

Der dritte Tag brachte neue Motivation in Spiel: neues freundlicheres Gebiet. Das alte (Bad Cannstatt) hat mir nicht gefallen, das neue (Zuffenhausen) schon viel besser. Hauser mit Lift, man muss nicht mehr zu Fuß ein fünfstöckiges Gebäude erklimmen. Feine Sache. So habe ich es auch geschafft an diesem Tag mein erstes Mitglied zu schreiben. Die Motivation war groß der Tag ein Erfolg.

Donnerstag: ein Tag mit Entscheidungen. Aus irgendeinem Grund sank die Motivation an diesem Tag ins Bodenlose. Ich weiß bis heute nicht, was uns da geritten hat. Wir entschieden uns, noch am selben Tag Deutschland zu verlassen und das Werben aufzugeben und kauften uns ein Zugticket. Wir sahen uns Stuttgart näher an und saßen gerade in einem Starbucks als wir doch zum Entschluss kamen es nochmals zu versuchen und neu durchzustarten.

Freitag und Samstag waren Erfolgreich und es wurden einige Mitglieder geworben die Motivation war dar. Am Abend fand noch das Firmenfest statt und es flossen ein paar Bier. Der Sonntag wurde gemütlich verbracht, da ich noch vom Vorabend etwas bedient war.

Das Ziel für Montag: 15-20 Einheiten. Damit werden die Fixkosten gedeckt und ich bleibe noch da oder ich fahre nach Hause. Diese Woche gibt es keine Basiszahlung mehr das würde bedeuten, ich muss alles aus meiner eigenen Tasche bezahlten.
Da ich mein Ziel leider nicht erreicht habe, bin ich heute Nacht nach Hause gefahren.
Ich bin ja dort um Geld zu verdienen und nicht um für Arbeit bezahlen zu müssen.

Ein Gefühl sagt mir, dass ich noch länger hätte bleiben sollen mein Verstand sagt das Gegenteil. Auf was soll man hören? Normal auf seine Gefühle, ich habe lange darüber nachgedacht was besser wäre.
Schade. Gerade denke ich mir, dass Gegenteil besser wäre. Vielleicht probiere ich es mal wieder.

Auch möchte ich an dieser Stelle “mein” Team grüßen und hoffe, dass wir uns vielleicht mal wieder sehen. Bei den “Grazern” wird es hoffentlich nicht das Problem sein.


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